Hermeneutik - Studien über den Umgang der Jurisprudenz mit Normtexten im Vergleich zur biblischen Theologie und zur Literaturwissenschaft

Frankfurt am Main: Klostermann [will be published soon]

Hermeneutik ist die Kunst, fremdes Sinngut zu begreifen und anderen in Worten zu vermitteln. Die vorliegenden Studien gehen von der juridischen Hermeneutik aus und vergleichen diese mit der biblischen Theologie und der Literaturwissenschaft. Sie alle sind angewiesen auf das Verstehen vorgegebener Texte und auf deren Interpretation. Doch nur Gesetze und biblische Botschaften, autoritative Texte also, können angewendet werden und planmäßig auf die Lebenswelt einwirken. Möglichkeiten dieser Art sind den „schönen“ Texten der Dichtung fremd. Sie folgen einer eigenen, ästhetischen Gesetzlichkeit. Der identische Text kann sich unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten offen halten. Diese sind allerdings nicht unbegrenzt. Die Hermeneutik ist auf Wahrheit ausgerichtet. Doch dies ist die Wahrheit über den vorgegebenen Text, die unabhängig davon ist, ob der Text selbst wahr ist oder nicht.

Über den Autor:

Prof. Dr. Dres. h.c. Josef Isensee lehrte von 1970 bis 2002 Öffentliches Recht an den Universitäten Erlangen, Saarbrücken und Bonn. Sein wissenschaftliches Werk umfasst ein weites Themenfeld des Staats- und Verwaltungsrechts sowie ihrer theoretischen Grundlagen.