Projektvorstellung

Entgegen einer auf die Profilierung von Differenz setzenden Rekonstruktion von Rechtskulturen im Werk Max Webers schafft die Verflechtung, Hybridisierung und partielle Fusion von Rechtskulturen sowohl Konflikt- wie Versöhnungspotenziale. Literatur, Film und Architektur erzählen von dieser Verfassung des Rechts, deren Negation in den Regimen des Unrechts vor Augen führt, welche Kostbarkeit das Recht im Zivilisationsprozess darstellt. Dies wird gerade angesichts einer latenten Kulturalisierung von Recht deutlich, wenn „im Namen der Kultur“ Errungenschaften der Rechtskulturen der Moderne in Frage gestellt werden.

Hierbei sind unterschiedliche systematische Dimensionen von Recht als kulturellem Tatbestand – nämlich Symbolkulturen und Ritualdynamik, Normativität und normativer Pluralismus sowie Fragen der Rechtsgewalt und Organisationskultur – für die jeweiligen Themenfelder zu reflektieren und in der Forschungsorganisation transversal umzusetzen. Erwartet wird also ein genuin geisteswissenschaftlicher Beitrag zur Rechtsanalyse, der dem Tatbestand fortschreitender Globalisierung in einer zwischen Kulturen differenzierenden Weise Rechnung trägt und auch der brennenden Frage nachgeht, inwieweit ‚Kultur‘ als einer Geltungsquelle von Recht eine wachsende Bedeutung zukommt.

Ganz entscheidend ist der aus inhaltlichen Gründen zwingende komparative, dezentrierte, Verflechtung und Interaktion der Kulturen reflektierende Ansatz. Es ist daher deutlichst festzuhalten, dass die Forschung mit anderen und nicht über andere Rechtskulturen hier kein Lippenbekenntnis, sondern Ausdruck forschungsethischer wie fachwissenschaftlicher Überzeugungen ist.

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