Dr. Dr. Grischka Petri

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und University of Glasgow

Curriculum Vitae

Grischka Petri studierte Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg sowie Kunstgeschichte, Philosophie und Rechtswissenschaften an der Universität Bonn, wo er 2003 mit einer Arbeit zu Dopingsanktionen zum Dr. iur. und 2006 mit einer Arbeit zur Karriere James McNeill Whistlers und dem zeitgenössischen Kunstmarkt zum Dr. phil. promoviert wurde. Nach seinem Ersten Juristischen Staatsexamen 1998 war er bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht an der Universität Bonn und absolvierte anschließend das Rechtsreferendariat und 2005 das Zweite Juristische Staatsexamen. Nach einer Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Zivilprozessrecht an der Universität Bonn ist Grischka Petri seit 2007 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit 2009 als Akademischer Rat auf Zeit am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn tätig. Im Wintersemester 2013/14 vertrat er die Juniorprofessur für Kunstmarkt und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln. Zudem ist er seit 2011 Honorary Research Fellow an der School of Culture and Creative Arts an der University of Glasgow, wo er von 2006 bis 2011 Postdoctoral Research Associate am Werkverzeichnis der Radierungen Whistlers war.

Forschungsprojekt

Kulturen des Kunsturheberrechts

Das Urheberrecht ist seit der Aufklärung einflussreicher Faktor und Bestandteil der okzidentalen Kultur. Das Projekt „Kulturen des Kunsturheberrechts“ verfolgt eine mehrschichtige Fragestellung. Zunächst soll das Verhältnis zwischen Urheberrecht und künstlerischer Praxis näher untersucht werden. Dabei gilt es zweitens, verschiedene Kulturen des Urheberrechts auf die Stellung des Künstlers hin näher zu beleuchten. Schließlich können die herausgearbeiteten Befunde mit ausgewählten Paradigmen des modernen, urheberfokussierten Kulturverständnisses in Beziehung gesetzt werden. Wenn es stimmt, dass das Urheberrecht seine Wurzeln in den allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen hat und also ein kulturelles Produkt ist, muss es sich auswirken, dass diese Grundlagen für die bildenden Künste besondere sind. Das Projekt möchte in seiner Analyse auch einen Beitrag zum besseren Verständnis einer visuellen Kultur leisten, für die es bisweilen „Übersetzungsprobleme“ in die von Texten geprägten Rechtskulturen gibt.

Publikationen (Auswahl zu Kunst und Recht)

  • The Public Domain vs. the Museum: The Limits of Copyright and Reproductions of Two-dimensional Works of Art, in: Journal of Conservation and Museum Studies 12 (2014), DOI: http://dx.doi.org/10.5334/jcms.1021217
  • Der Fall Dürer vs. Raimondi. Vasaris Erfindung, in: Fälschung – Plagiat – Kopie: Künstlerische Praktiken in der Vormoderne (hrsg. v. Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog und Sylvia Heudecker), Petersberg 2014, 52–69.
  • On the Copyright Hermeneutics of the Original, in: The Challenge of the Object / Die Herausforderung des Objekts (hrsg. v. G. Ulrich Großmann und Petra Krutisch), 3 Bde, Nürnberg 2013, Bd. 1, 166–70.
  • Arrangement in Business. The Art Markets and the Career of James McNeill Whistler, Hildesheim u.a.: Olms 2011.
  • Rechtsnorm, wirtschaftlicher Wert der Kunst und ästhetische Normenpluralität: der Fall Whistler ./. Ruskin, in: Kanonisierung, Regelverstoß und Pluralität in der Kunst des 19. Jahrhunderts (hrsg. von Stefan Grohé, Ekaterini Kepetzis und Stefanie Lieb), Frankfurt am Main 2007, 194–211.
  • Kunsttransporte für Sonderausstellungen: Vergaberechtliche Probleme kommunaler Kunstmuseen, in: Kommunaljurist 2006, 205–209.