Prof. Dr. Masahiro Noguchi

Ritsumeikan Universität Kyoto

Masahiro NoguchiMasahiro NoguchiMasahiro Noguchi

Curriculum Vitae

Nach dem Studium der Politikwissenschaft an der Universität Waseda in Tokyo studierte Masahiro Noguchi von 1998 bis 2003 Soziologie, Politische Wissenschaft und Philosophie an der Universität Bonn, wo er bei Professor Dr. Werner Gephart mit seiner Dissertation „Kampf und Kultur: Max Webers Theorie der Politik aus der Sicht seiner Kultursoziologie“ promovierte. Nach seiner Heimkehr nach Japan lehrte er an der Universität Rikkyo, an der Universität Meiji Gakuin, an der Universität Yokohama-Kokuritsu und an der Universität Waseda. Ab 2008 war Masahiro Noguchi als Associate Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Gifu tätig. 2010 folgte die Ernennung zum Associate Professor für Politische Theorie an der juristischen Fakultät der Universität Ritsumeikan in Kyoto, bevor er dort im April 2013 zum Professor für Politische Theorie berufen wurde.

Von April 2013 bis März 2014 war Professor Noguchi Fellow am Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“.

Forschungsprojekt

Weber-Rezeption und Chinabild in den japanischen Geisteswissenschaften

Im Modernisierungsprozess seit der Meiji Restauration wandelte sich das Chinabild in Japan. China wurde vom Vorbild der Zivilisation zum negativen Modell der Antimoderne. Dabei spielte die Rezeption der Werke Max Webers, vor allem seiner China-Studie, eine bestimmte Rolle. “Konfuzianismus und Taoismus” wurde in Japan als eine Skizze gelesen, welche chinesische Rückständigkeit erläutert.

Aber vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas seit dem Ende des Kalten Krieges ist dieses Erklärungsmuster zu modifizieren. Zugleich sind Webers vergleichend-religionssoziologische Werke dementsprechend erneut zu lesen. Masahiro Noguchi beschäftigt sich mit China-Diskursen in den japanischen Geisteswissenschaften im Zusammenhang mit Webers Schriften einerseits und mit der Weber-Rezeption in Japan andererseits. Seine Studie ist ein Versuch, zwei Wege der Moderne (bzw. “multiple modernities”) in Asien verständlich zu machen und damit den kulturell-politischen Konflikt im Zeitalter der Globalisierung zu betrachten.

Forschungsschwerpunkte

  • Max Webers Politische Theorie
  • Weber-Rezeption in Japan
  • Konfliktsoziologie
  • Ideengeschichte der Politik in Japan

Publikationen (Auswahl)

  • Kampf und Kultur: Max Webers Theorie der Politik aus der Sicht seiner Kultursoziologie, Berlin: Duncker & Humblot 2005 (jp.: Tōsō to Bunka. Makkusu Uēbā niokeru Bunka-Shyakaigaku to Seiji-Riron, Tokyo: Misuzu Verlag 2006).
  • Universalgeschichtliche Probleme in der japanischen Weber-Diskussion, in: Karl-Ludwig Ay, Knut Borchardt (Hrsg.): Das Faszinosum Max Weber: die Geschichte seiner Geltung, München: UVK 2006.
  • Kanryōsei-Hihan no Ronri to Shinri. Demokurashi no Tomo to Teki (Logik und Psychologie der Bürokratiekritik. Freund und Feind der Demokratie), Tokyo: Chuokoronshinshya 2011.
  • Hikaku no Eitosu. Reisen no Shyuen igono Makkusu Uēbā (Ethos des Vergleiches. Max Webers politische Theorie nach dem Ende des Kalten Krieges), Tokyo: Hōsei UP 2011.
  • Makkusu Uēbā no Nihon, Tokyo: Misuzu Verlag, 2013 (japanische Übersetzung des Buches: Wolfgang Schwentker: Max Weber in Japan: Eine Untersuchung zur Wirkungsgeschichte 1905-1995, Tübingen: Mohr Siebeck 1995).