Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet

Kunsthistorisches Institut Bonn, Universität Bonn

Kontakt

Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“
Internationales Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung
Center for Advanced Study in the Humanities “Law as Culture”
Konrad-Zuse-Platz 1-3
53227 Bonn

Telefon: (+49) 228 / 73 540 28
Telefax: (+49) 228 / 73 540 54
Email: a-m.bonnet@uni-bonn.de

Curriculum Vitae

Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet studierte Germanistik und Anglistik an der Faculté des Lettres in Aix-en-Provence sowie Kunstgeschichte, Romanistik und Germanistik an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, wo sie 1980 ihren Magister abschloss. 1982 erlangte Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet mit einer Arbeit zu dem Thema „Rodenegg und Schmalkalden, Untersuchungen zur Illustration einer ritterlich-höfischen Erzählung und zur Entstehung profaner Epen-Illustration in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts“ den Doktorgrad, welcher ihr von der Universität Heidelberg verliehen wurde. 1992 habilitierte sie mit der Arbeit „Der ‘Akt’ bei Dürer und die Rezeption durch zeitgenössische Künstler“ am Kunsthistorischen Institut der Universität München. Von 1993 bis 1996 war Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet als Hochschuldozentin für „Deutsche Kunst – Kunst der Moderne“ an der Universität Leipzig tätig. Als Professorin für „Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ forschte und lehrte sie im Wintersemester 1996 am Kunsthistorischen Institut der Universität Freiburg, bevor sie 1997 dem Ruf der Universität Bonn folgte. Seitdem ist Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet als Professorin für „Mittlere und Neuere Kunstgeschichte“ am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn tätig. Seit 1999 ist sie zudem Mitglied zahlreicher Stiftungen, Kommissionen und Vorstände wie etwa des Vorstands des Kunstvereins Bonn seit 2005, der Bundeskommission zum Erwerb zeitgenössischer Kunst für die Sammlungen des Bundes von 2007 bis 2011 sowie des Beirats der Jubiläumsausstellung „450 Jahre Kunstsammlungen Dresden“ von 2009 bis 2010.

Seit Oktober 2018 ist Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet Fellow am Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“.

Forschungsprojekt

"Künstler, Künstler-Status und Künstler-Mythos im Netzwerk juristischer Kontingenz oder die Legende von der ‚Autonomieʻ moderner Kunst"

Die sog. Freiheit bzw. Autonomie der Kunst in der Moderne, d. h. deren Loslösung von der Bindung an Auftraggeber, bedeutete zugleich die Auslieferung an die Gesetze der freien Marktwirtschaft. Es klaffen große Lücken zwischen den theoretischen künstlerischen Selbst­entwürfen und -bespiegelungen in Manifesten und anderen Texten einerseits und der realen wirtschaftlichen und rechtlichen Situation bzw. Selbstbestimmung der Künstler*innen.

In der sog. Klassischen Moderne in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden bisherige Kunstvorstellungen erstmals radikal infrage gestellt, und zwar im Nihilismus DA­DAismus und Duchamps Institutionskritik. Die sog. Neo-Avantgarden der ausgehenden 1950er bis 1970er Jahre verschärften diese Selbstbefragungen, indem sie die autothemati­schen Reflexionen zuweilen auch auf die Sondierung des eigenen wirtschaftlichen und rechtlichen Status' ausdehnten. Wie wirkten sich diese Werkstrategien aus? Künstlerisch? Wirtschaftlich? Juristisch?

Anhand einer vertieften Untersuchung einiger Fallbeispiele (Marcel Duchamp, Andy Warhol?, Seth Siegelaub, Yves Klein und Maria Eichhorn, Tino Seghal?), die Werke schufen, in denen sie die Befragung der eigenen wirtschaftlichen und juristischen Bedingungen künstlerisch verhandelten, sollen diese bisher zu wenig beachteten Aspekte ausdifferenziert und soll eine Revision ihrer theoretischen und künstlerischen Potenz im Spannungsfeld zwischen Kunsttheorie und realer juristischer Verfasstheit vorgenommen werden.

Publikationen (Auswahl)

Monographien

  • Brian O‘Doherty, Collected Essays, von Brian O‘Doherty (Autor), Liam Kelly (Hrsg.), Anne-Marie Bonnet (Einleitung), Oakland: University of California Press, 2018.
  • Was ist zeitgenössische Kunst oder wozu Kunstgeschichte, Reihe Opaion, Bd. 2, (im Druck).
  • Albrecht Dürer, Die Erfindung des Aktes, München 2014.
  • Malerei der deutschen Renaissance, mit G. Kopp-Schmidt, unter Mitwirkung von D. Görres, München 2010 (2014: 2. Aufl.).
  • ‘Akt’ bei Dürer (= Atlas, Bonner Beiträge zur Renaissanceforschung, Bd. 4), Köln 2001, Kunst der Moderne – Kunst der Gegenwart. Herausforderung und Chance. Köln 2004 (2008: 2. Aufl.).
  • Auguste Rodin, Erotische Aquarelle – Rodins späte Zeichnungen – Für eine Kultur der Begierde, München 1995 (auch in englischer, amerikanischer und französischer Fassung).
  • Rodenegg und Schmalkalden. Untersuchungen zur Illustration einer ritterlich-höfischen Erzählung und zur Entstehung profaner Epenillustration in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts, München 1986 (Diss.).

Herausgeberschaften

  • Louisa Clement, as found, Ausst. Kat., Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn, Köln 2013.
  • Unanymously Condemned. Video Art and Performance Documentary from Iran. International Conference, 19-20 May 2012, Kunstverein Bonn, hrsg. mit H. Barabi und K. Corsepius, Teheran 2012.
  • Christus. Zur Wiederentdeckung des Sakralen in der Moderne, hrsg. mit G. Cepl-Kaufmann, K. Drenker-Nagels und J. Grande, Düsseldorf 2012.
  • Auguste Rodin – Der Kuss, Die Paare, Ausst. Kat. hrsg. mit H. Fischer et all., Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München und Museum Folkwang Essen, München 2006.
  • Ilja Kabakov, Stimmen hinter der Tür, Ausst. Kat. zur Installation in Leipzig, 1996, Zusammenarbeit des Fördervereins der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst mit der HGB und dem Kunsthistorischen Institut der Universität Leipzig, hrsg. mit K. Werner et al., Leipzig 1996.
  • seit 2010: Beirat des Journal of Art Historiography, hrsg. von Richard Woodfield (Glasgow).
  • seit 2010: Idea, Jahrbuch der Hamburger Kunsthalle.
  • seit 2005: ATLAS Bonner Beiträge zur Kunstgeschichte NF.
  • 2004-2005: ATLAS Bonner Beiträge zur Kunstgeschichte.
  • 1999-2006: Kunsthistorische Arbeitshefte.
  • Kunst ohne Geschichte? Ansichten zu Kunst und Kunstgeschichte heute, hrsg. mit G. Kopp-Schmidt, München 1995.